Wie kommt man eigentlich zu einer Katze obwohl man gar keine will?
Da gibt es sicher mehrere Möglichkeiten. Eine ist folgende:

Emmys Mama
Szenario:
Eine Katze steht auf deiner Terrasse. Sie schaut zum Fenster rein, sie sieht dünn und elend aus. Die muss man füttern. Die Katze bleibt einem treu, auch wenn sie scheu ist und sich niemals anfassen lässt, man füttert natürlich weiter.
Völlig ahnungslos und dämlich schaut man drein, wenn da plötzlich vier Katzen vor der Tür stehen. Eine große, die habe ich immer gefüttert, das weiß ich, und drei Winzlinge.
Mmh.
Die große, das ist die Mama, tatsächlich ist mir nicht jegliche Kombinationsfähigkeit abhanden gekommen
. Ich bin stolz auf mich.Nun, das ist ja alles furchtbar süß, was aber um Himmels Willen soll ich mit vier Katzen, die werden ja auch mal größer. Die müssen geimpft und kastriert werden, die können mal krank werden, nein, das ist mir nicht nur finanziell zuviel.
Also laufe ich zum zuständigen Katzenschutz. So was gibt es. Die wollen mir helfen, aber die Katzen muss ich schon selber fangen.
Die Katzenfalle bekomme ich in die Hand gedrückt.
Ich möchte nicht näher darauf eingehen, welche Verrenkungen und Umbauten ich unternahm. Ich möchte auch nicht wirklich erzählen wie ich mit Hilfe einer Freundin am Telefon versucht habe herauszubekommen, welches Geschlecht die Winzlinge haben. Wann ist der Abstand größer und wann kleiner? Ich möchte auch nicht wirklich erzählen wie ich rückwärts durchs Zimmer gejagt wurde, weil die Mama mich anfauchte. Nein, all da behalte ich lieber für mich.
Tatsächlich gelang es mir alle Katzen einzufangen. Aber ins Tierheim brachte ich nur drei. Eine ganz clevere schaffte es die Tür vom Caddy aufzustemmen. Ich bleibe bei dieser Version, die andere, nämlich, dass ich zu dämlich war die Tür richtig zu verschließen, unterschlage ich.
Nun war klar, die Mama, nun kastriert, und das Baby werde ich behalten.

Emmy, geboren im April 2001

Emmy und ein halbes Gesicht von ihrer Mama
Wenige Tage später kam die Mama, schmiss mir beinahe im wahrsten Sinne des Wortes, das Baby vor die Füße, ließ zu, dass ich es streichelte und verschwand. Ich habe die Mama nie wieder gesehen.
Nun lebt Emmy hier, und wenn sie wüsste, dass ich über sie schreibe, würde sie 20 Seiten einfordern. Ich nehme an, sie weiß es nicht, sie pennt auf dem Sofa…


